Du hast, um regelmäßig Content zu erstellen, schon so viele Strategien, Systeme und Techniken ausprobiert. Und keine hat Dir durchschlagenden Erfolg gebracht? Dranbleiben? Spaß? Fehlanzeige. Spoiler: Es liegt nicht an Dir, sondern daran, dass Du versuchst, in Schuhen zu laufen, die Dir nicht passen. Ich erklär’s Dir hier.
Inhalt
Wenn Du online sichtbar sein möchtest, musst Du regelmäßig Content erstellen. Sei es auf Social Media, in einem Blog oder Podcast. Wenn nur das Dranbleiben nicht wäre … Wie oft hast Du Dir gedacht: „Diesmal klappt es. Diesmal ziehe ich es durch.“ Und wie oft bist Du nach ein paar Wochen wieder ausgestiegen, weil es sich einfach falsch angefühlt hat?
Hand aufs Herz: Wie viel hast Du schon ausprobiert?
- Den Kurs für die perfekte Instagram-/LinkedIn-Strategie?
- Den Newsletter-Funnel, der angeblich garantiert funktioniert?
- Den Blog, den Du mithilfe von Vorplanung regelmäßig füttern wolltest?
- Den Podcast, den Du nach fünf Folgen wieder eingestellt hast, weil Experten Dir sagen, dass Du wöchentlich veröffentlichen sollst?
Bei mir in der Beratung landen so oft Menschen, die schon dutzende Male angefangen haben, Content-Marketing ernsthaft zu betreiben, und dann immer wieder frustriert aufgeben.
Weil sie wahnsinnig viel Zeit, Energie und oft auch Geld investiert haben. Und selbst wenn sie gute Ergebnisse damit erzielt haben, werfen sie früher oder später völlig ausgelaugt die Flinte ins Korn.
Was Du unbedingt wissen musst:
Es liegt nicht an Dir. Es liegt daran, dass Du versuchst, Dich in Systeme zu pressen, die für jemand anderen entwickelt wurden. Die bei jemand anderem funktionieren. Aber eben nicht bei Dir.
Ich zeige Dir, warum das so ist und was Du stattdessen tun kannst.
Das Problem mit den Content-Systemen von anderen
Systeme sind immer individuell. Was für Person A funktioniert, kann für Person B die Hölle sein.
Beispiel 1: Redaktionspläne
Für manche Menschen sind Redaktionspläne ein Segen. Für andere ein Gefängnis:
Der Stratege liebt die Struktur. Er plant seine LinkedIn-Posts, Newsletter-Themen und Blogartikel vier Wochen im Voraus und fühlt sich sicher.
Die Impro-Queen fühlt sich eingeengt, sie will spontan sein: heute ein Instagram-Post zum Thema X, morgen ein Impuls zum Thema Y, übermorgen dazu ein Newsletter. Ein Plan erstickt ihre Kreativität.
Beispiel 2: Batching (stapelweises Abarbeiten)
„Produziere alle Texte für den Monat an einem Tag“ – klingt effizient, oder?
Für die eine kann das die Lösung sein: Einmal den inneren Kritiker überwinden, dann mehrere Newsletter-Texte oder Blogartikel am Stück schreiben. Oder in einem Rutsch alle Grafiken und Reels-Videos für den Monat produzieren.
Für den anderen ist es der sichere Weg ins Chaos: zu viele Ideen, zu viel auf einmal, keine Priorisierung. Soll ich jetzt erst alle Instagram-Reels machen? Oder doch lieber den Podcast aufnehmen? Oder erst mal den Blog füllen?
Beispiel 3: Content-Recycling funktioniert für alle
„Mach aus einem Blogartikel zehn Social-Media-Posts, einen Newsletter und drei Podcast-Episoden.“
Klingt smart und kann super funktionieren. Aber nicht jede*r denkt in „Verwertungsketten“: Manche lieben es, ein Thema in verschiedenen Formaten neu zu denken. Andere fühlen sich dabei wie am Fließband und verlieren die Lust.
Wieder andere können gar nicht so linear denken: Ihr Newsletter ist spontan, ihr Blog analytisch, ihr Social Media emotional, und das bekommen sie nicht zusammen.
Fremde Systeme scheitern nicht, weil sie schlecht sind. Sie scheitern, weil sie nicht zu DIR passen.
So findest Du heraus, was im Content-Marketing für Dich funktioniert
Statt fremde Systeme zu kopieren, stell Dir vor dem Content-Erstellen diese drei Fragen:
Frage 1: Wie arbeite ich am besten?
Es gibt zwei Grund-Typen:
Typ 1: Struktur-Liebhaber
→ Du brauchst Klarheit, Pläne, feste Zeiten.
→ Spontaneität stresst Dich.
→ Du fühlst Dich sicher, wenn Du weißt, was als Nächstes kommt.
Was für Dich funktioniert:
- Redaktionspläne (aber flexible!)
- Feste Content-Tage im Kalender
- Klare Themen-Struktur für alle Kanäle
Beispiel: Jeden Montag schreibst Du Deinen Newsletter, jeden Mittwoch Deinen Blogartikel, jeden Freitag postest Du auf LinkedIn.
Typ 2: Freiheits-Sucher
→ Du verabscheust starre Pläne.
→ Du arbeitest am erfolgreichsten aus dem Moment heraus.
→ Struktur fühlt sich wie ein Gefängnis an.
Was für Dich funktioniert:
- Themen-Pool statt Redaktionsplan
- Spontane Posts, Newsletter, Podcast-Episoden, wenn die Inspiration kommt
- Lose Rhythmen statt fester Tage
Beispiel: Du hast eine Liste mit 30 Themen und entscheidest spontan: Heute schreibe ich einen Post darüber. Oder: Diese Woche nehme ich dazu einen Podcast auf.
Frage 2: Was kostet mich am meisten Energie?
Jede*r hat andere Energie-Fresser. Finde heraus, welcher Deiner ist.
Energie-Fresser 1: Themen finden
→ Wenn das Dein größtes Problem ist, brauchst Du eine Themen-Sammlung.
→ Leg Dir einen Pool aus 20 bis 30 Themen an, aus dem Du jederzeit schöpfen kannst.
→ Dann musst Du nicht jedes Mal bei null anfangen, egal ob Newsletter, Blogartikel oder Social-Media-Post.
Energie-Fresser 2: Anfangen
→ Wenn der Start das Problem ist, brauchst Du Rituale.
→ Feste Zeiten, feste Orte, fester Ablauf.
→ Oder: Arbeite mit anderen zusammen (Coworking)
→ Beispiel: Du öffnest Dein Newsletter-Tool immer erst, wenn ein frischer Kaffee bereitsteht und alle anderen Webseiten geschlossen sind. Oder: Du nimmst Podcasts immer nur freitags am Morgen auf.
Energie-Fresser 3: Perfektionismus
→ Wenn Du ewig an Posts, Newsletter-Texten oder Blogartikeln sitzt, brauchst Du Zeitlimits.
→ Setz Dir einen Timer: 30 Minuten für einen Social-Media-Post, 90 Minuten für einen Newsletter, zwei Stunden für einen Blogartikel – dann veröffentlichen.
→ Oder: Die 80-Prozent-Regel (wenn es zu 80 Prozent gut ist: veröffentlichen). Wie gesagt: Perfektion ist ohnehin eine Illusion.
Frage 3: Was will ich mit meinem Content erreichen?
Nicht jeder Content muss dasselbe Ziel haben. Und nicht jeder Kanal muss dasselbe Ziel verfolgen.
Ziel 1: Sichtbarkeit
→ Dann brauchst Du Regelmäßigkeit
→ Lieber einmal pro Woche „gut genug“ als einmal pro Monat „perfekt“. Denk daran: Perfektion ist eine Illusion, ein Zustand, den Du nie erreichen wirst. Das zermürbt auf die Dauer.
→ Passende Kanäle: Social Media (LinkedIn, Instagram), Podcast (kurze, häufige Episoden) – was liegt Dir? Text, Video, Audio? Wenn das Gehirn eine Belohnung bekommen hat (z. B. „Das hat Spaß gemacht“ oder „Das ging schön schnell“), macht es gerne mehr davon. Content erstellen darf leicht gehen.
Ziel 2: Vertrauen aufbauen
→ Dann brauchst Du Tiefe und Persönlichkeit.
→ Lieber weniger Content, der dafür wirklich von Dir handelt.
→ Passende Kanäle: Newsletter, Blog, Podcast (längere, persönlichere Episoden).
Ziel 3: Expertise zeigen
→ Dann brauchst Du Struktur und Qualität.
→ Investiere im Zweifel mehr Zeit in ein Content-Piece, aber veröffentliche dafür seltener.
→ Passende Kanäle: Blog (ausführliche Artikel), LinkedIn (Fachbeiträge, Artikel), Podcast (Interview-Serien oder Deep Dives)
Du darfst für verschiedene Kanäle verschiedene Ziele haben.
Beispiel: Dein Newsletter baut Vertrauen auf (wöchentlich, persönlich). Dein LinkedIn-Profil zeigt Expertise (monatlich, fachlich). Dein Instagram macht Dich mit mehr Facetten sichtbar.
So findest Du Deinen eigenen Content-Weg
Jetzt hast Du herausgefunden, wie Du arbeitest, was Dich Energie kostet und was Du erreichen willst. Daraus baust Du Dir DEIN System.
Baustein 1: Deine Themen
Du brauchst Kernthemen, über die Du immer wieder sprechen kannst – egal ob im Newsletter, Blog, Podcast oder auf Social Media.
→ Worüber sprichst Du ohnehin schon (mit Freunden, Kunden, in Gedanken)?
→ Welche Fragen könntest Du nachts im Schlaf beantworten, weil Du im Thema so sattelfest bist?
→ Was beschäftigt Dich beruflich aktuell?
Beispiel: Meine Kernthemen sind Content-Planung und -Strategie, Copywriting und Content-Marketing-Mindset.
Diese Themen tauchen in meinem Newsletter, in meinen Posts und in meinen Blogartikeln immer wieder in verschiedenen Facetten auf.
Baustein 2: Dein Rhythmus
Vergiss „Du musst dreimal pro Woche posten“ oder „Dein Newsletter muss wöchentlich raus“. Finde DEINEN Rhythmus:
→ Wie oft willst Du Content produzieren?
→ Wie viel Zeit hast Du tatsächlich bzw. wie viel kannst Du dafür einräumen?
Tipp: Der Kanal-Mix macht oft einen großen Unterschied. Du musst nicht überall denselben Rhythmus haben.
Beispiel 1
- Newsletter: alle zwei Wochen (weil Du hier in die Tiefe gehst)
- LinkedIn: zweimal pro Woche (weil es Dir leichtfällt).
- Blog: einmal pro Monat (weil Du hier ausführlich schreibst)
- Podcast: gar nicht (weil es Dich zu viel Energie kostet)
Beispiel 2
- Newsletter: wöchentlich (weil das Dein Hauptkanal ist)
- Instagram: spontan, wenn Du Lust hast (ohne schlechtes Gewissen)
- Blog: gar nicht (weil Du lieber redest als schreibst)
- Podcast: wöchentlich eine neue Episode (weil es Spaß macht)
Baustein 3: Dein Format
Nicht jede*r kann (oder will) lange Texte schreiben. Nicht jede*r möchte vor der Kamera stehen oder ins Mikrofon sprechen. Es hilft Dir zum Beispiel gar nichts, wenn ich Dir sage, dass Du auf Instagram oder TikTok mindestens drei Talking-Head-Videos pro Woche posten sollst, um zu wachsen, wenn Du es hasst, Dein Gesicht so direkt in die Kamera zu halten.
Finde DEIN Format:
→ Schreibst Du gerne lang oder kurz?
→ Sprichst Du lieber oder schreibst Du lieber?
→ Magst Du Listen, Insta-Stories, Anleitungen, Interviews?
→ Arbeitest Du lieber mit Bildern, Videos, Audio oder reinem Text?
Jeder Kanal hat seine eigenen Stärken: Nutz sie.
Newsletter
Ideal für persönliche Geschichten (mit Business-Bezug), ausführliche Gedanken, tiefe Einblicke. Deine Stärke ist das Schreiben? Dann ist der Newsletter vielleicht Dein Hauptkanal.
Blog
Ideal für ausführliche Anleitungen, Fachwissen, SEO-/GEO-optimierte Inhalte und langfristige Sichtbarkeit. Deine Stärken: Schreiben und strukturiertes Denken? Dann ist vielleicht der Blog Dein Hauptkanal.
Podcast
Ideal für spontanes Sprechen, Interviews, Audio-Lernen. Deine Stärken: Sprechen? Unterhaltsam sein? Dann schreit Dein Content-Marketing nach Podcast.
Social Media (LinkedIn, Instagram, Facebook, TikTok, Bluesky, …):
Ideal für schnelle Gedanken, Sichtbarkeit, Netzwerken (Community-Aufbau). Deine Stärke: kurze, prägnante Aussagen? Du netzwerkst sehr gerne? Dann liegt Dir Social Media.
Fang heute an, DEINEN Weg zu gehen
Fremde Content-Systeme scheitern, weil sie nicht zu Dir passen. Du brauchst also kein besseres System von jemand anderem. Wenn Du konstant über einen längeren Zeitraum Content erstellen möchtest, brauchst Du DEIN System.
Und das findest Du, indem Du Dir ganz ehrlich die drei genannten Fragen beantwortest:
- Wie arbeite ich am besten?
- Was kostet mich am meisten Energie?
- Was will ich mit meinem Content erreichen?
Dann nutzt Du diese drei Bausteine:
- Deine Kernthemen
- Deinen Rhythmus
- Deine Formate
Du musst nicht auf allen Kanälen präsent sein. Du musst nicht jeden Tag posten. Du musst nicht perfekt sein. Der Erfolg kommt, wenn Du Deinen Weg findest und dranbleibst.
Wenn Du dabei Begleitung brauchst:
Für Selbstständige biete ich zum Einstieg den Connecting Content Club an. Hier findest Du alle Infos.
Für Führungskräfte und alle, die 1:1 intensiv mit mir arbeiten möchten: Lass uns unverbindlich besprechen, was für Dich passen könnte. Hier geht es zu meinem Online-Kalender.

Über die Autorin
Simone Maader ist eine erfahrene Texterin und Content-Marketing-Beraterin. Seit 2008 unterstützt sie Unternehmen und Selbstständige dabei, mit klaren Botschaften und einer passenden Content-Strategie online wirksam sichtbar zu werden. Ihr Credo: #EinfachBessererContent.
Zu ihren Kunden zählen Konzerne aus Industrie und Handel, kommunale Versorgungsunternehmen sowie Mittelständler und engagierte Selbstständige.
In ihrem Blog auf maader.de vermittelt sie fundiertes, praxisorientiertes Wissen rund um Copywriting, Social Media und Content-Planung.
